Physiotherapie Lymphdrainage Hahn Schwerpunktpraxis Saarbrücken
Physiotherapie :
Ein weites Feld Fango, Kneipp und Massage - das fällt den meisten Menschen spontan ein,
wenn es um Physiotherapie oder Physikalische Therapie geht.
Manche denken dann vielleicht noch an die Krankengymnastik.
Dabei hat die Physiotherapie viel mehr zu bieten.
Die Physiotherapie regt die Selbstheilung des Körpers an.
Kontakt:
F.W.Hahn
Triererstr.42
66111Saarbrücken
Tel.(0681)47180
Lymphdrainage
Physiotherapie
Kompressionstherapie
Bewegungstherapie
Krankengymnastik
Behandlung
Die erste Verwirrung taucht schon beim Begriff auf:
Was unterscheidet die Physiotherapie von der Physikalischen Therapie?
Dazu gibt es verschiedene Meinungen. Während die einen von Physikalischer Therapie
und Physiotherapie in einem Atemzug sprechen und damit auch dasselbe meinen, machen
andere wiederum einen Unterschied.
Selbst der Gesetzgeber ist sich nicht ganz schlüssig:
Einerseits spricht er von einem "Physiotherapeutengesetz",
andererseits sagt er an anderer Stelle "Physikalische Therapie".
Manchmal ist auch vom Beruf abhängig, welchem Begriff der Vorzug gegeben wird:
Mediziner sprechen oft von der Physikalischen Therapie, Physiotherapeuten und
Masseure dagegen eher von der Physiotherapie. Krankengymnasten und weiterqualifizierte
Masseure nennen sich Physiotherapeuten, Ärzte könnnen "Facharzt für Physikalische Medizin" sein
oder die Zusatzbezeichnung "Physikalische Therapie" tragen. Die Physikalische Therapie
wiederum ist Teil der Physikalischen Medizin.
Definition und Wirkung
Die Physiotherapie setzt Alltagsreize gezielt ein
Sprachlich stammen die Begriffe Physiotherapie und Physikalische
Therapie vom griechischen Wort Physis (= Natur) ab. Grundprinzip der Physiotherapie
ist es, auf den Organismus Reize auszuüben, die in seiner natürlichen Umwelt bereits
vorhanden sind. Solche Reize können z. B. die Einwirkung von Wärme oder Kälte
sein oder die Ausführung bestimmter aktiver oder passiver Bewegungen. Alle diese
Reize, also Wärme, Kälte und Bewegungen kennt der Organismus bereits aus dem Alltag.
Im Unterschied dazu wirken die Reize in der Physiotherapie jedoch nicht zufällig und
ungezielt auf den Organismus ein, sondern bewusst gesteuert und zielgerichtet.
Ein Beispiel dafür ist die örtliche Anwendung von Kälte bei Entzündungsvorgängen.
Schließlich müssen die Reize einen Zweck erfüllen bzw.
Einem therapeutischen Ziel dienen:
Sie sollen eine aktive Antwort des Organismus hervorrufen.
Diese Antworten stammen aus dem natürlichen Spektrum der körperlichen Reaktionen.
Ganz automatisch antwortet beispielsweise die Haut auf einen Kältereiz zunächst mit
Blässe, später reaktiv mit Röte und Erwärmung. Solche natürlichen Reaktionen steuert
das unwillkürliche Nervensystem. Muss es immer wieder auf denselben Reiz antworten,
wird sich in seiner Antwort früher oder später etwas verändern. Um therapeutisch
wirksam zu werden, muss der Reiz jedoch mehr als einmal einwirken - er muss
möglichst serien-, d. h. kurmäßig zum Einsatz kommen.
Neben der direkten Antwort und der Veränderung dieser Antwort im Laufe der Zeit
haben die physiotherapeutischen Verfahren meist auch noch indirekte Wirkungen.
So kann z. B. die wiederholte Anwendung von Wärme- und Kältereizen im Wechsel den
Körper gegen Erkältungen abhärten.
Kleiner Ausflug in die Geschichte
Viele Verfahren der Physiotherapie sind der Menschheit schon sehr lange bekannt.
Einfassungen von Quellen und entsprechende Funde, die Archäologen gemacht haben,
zeigen, dass Thermal- und Mineralquellen bereits in frühgeschichtlicher Zeit genutzt wurden .
Vor 4000 Jahren die Chinesen, aber auch die rauen Germanen kannten schon Schwitzbäder
und verschiedene Formen der Massage. Doch diese Verfahren waren nicht Teil einer
rationalen Therapie irgendeines Leidens, sondern eher religiös-magische Prozeduren bzw.
unspezifische Heilmittel. Auch in der archaischen Medizin Griechenlands hatte das Baden eine
Doppelfunktion: Es diente der Reinigung und gleichzeitig religiösen Zwecken.
Hippokrates gilt als Begründer der wissenschaftlichen Medizin
Erst Hippokrates von Kos (460-377 v. Chr.) vertrat Auffassungen, die sich in Grundsätzen
der heutigen Physiotherapie wiederfinden. Er verstand den lebendigen Leib als
Organismus, Gesundheit als Gleichgewicht und Krankheit als gestörten physischen und
psychischen Gesamtzustand. Zudem war er davon überzeugt, dass die Natur eine Art eigene
Heilkraft besitzt.
Als Aufgabe des Arztes sah er, die Absichten der Natur zu unterstützen.
Dabei muss er die Lebensweise, die Klima- und Umwelteinflüsse als Faktoren bei der
Enstehung von Erkrankungen, aber auch bei der Wiederherstellung von Gesundheit miteinbeziehen.
In den zweieinhalbtausend Jahren nach Hippokrates gab es zwar einige Verfahren der
Physiotherapie, wie z. B. die Bädertherapie, die Massage oder auch die Bewegungstherapie.
Die Grundidee von der Heilkraft der Natur wurde dagegen eher belächelt. In der Renaissance
lässt Paracelsus (1494-1541) diese Idee wieder aufleben und befasst sich mit Thermal- und Mineralbädern.
Im 17. Jahrhundert brachte die Verbreitung von Medikamenten zwar einen gewissen Fortschritt, aber
auch Gefahren mit sich. Folge davon war die Rückbesinnung auf einige Ideen des Hippokrates.
So mancher Arzt riet zur Einschränkung der medikamentösen Therapie und zur Anwendung von
Mineralwässern, Hydrotherapie und Bewegungsübungen.
Im 18. Jahrhundert wurde vor allem die Behandlung mit Wasser propagiert.
Kaltes Wasser zog man zur Vorbeugung, aber auch zur Behandlung verschiedener Erkrankungen heran.
Auch die Bäder-Behandlung in Kurorten und die Anwendung von Seebädern - zunächst vor
allem in der Kinderheilkunde - erfreuten sich wachsender Beliebtheit.
Mitte des 18. Jahrhunderts trat dann eine weitere Methode der Physiotherapie gegen
die gängigen Medikamente an: die Elektrotherapie.
Nach der Französischen Revolution wuchs das Misstrauen Medikamenten gegenüber noch weiter an.
Im Gegenzug stieg das Ansehen der physiotherapeutischen Verfahren, v. a. der
Bewegungs-, Wärme und Bädertherapie. Die Naturheilkraft hatte im ärztlichen Denken wieder
eine bedeutende Stellung.
In Deutschland erlebte die Hydrotherapie, also die Behandlung mit Wasser, einen wahren Boom:
Der schlesische Bauer Vinzenz Priessnitz (1799-1851) machte mit seinen teilweise recht brutalen Methoden Furore.
Nach seinem Tod gewannen die Ideen des bayrischen Landpfarrers Sebastian Kneipp an Einfluss.
Kneipps Ideen gingen über die Hydrotherapie hinaus. Er entwickelte eine einfache
Lebensregelung, kombinierte sie mit der Anwendung pflanzlicher Medikamente und einer Gesundheitserziehung.
Für die Kneippschen Methoden interessierte sich schließlich auch die Wissenschaft.
So kam die Physiotherapie schließlich an die Universitäten, zunächst nach Wien, später dann nach
Zürich, München und Berlin. Von Interesse waren dort natürlich vor allem die Verfahren, die
sich naturwissenschaftlich genauer definieren ließen.
Heute ist die Physiotherapie aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.
Mit steigendem Bewusstsein nicht nur für den Nutzen, sondern auch die Risiken manch
anderer therapeutischer Verfahren gewinnt die Behandlung durch Aktivierung der körpereigenen
Heilkräfte sogar noch an Bedeutung.